Bei welchem Potential lässt sich der Strom einfangen?
EFCE ergänzt die Potentialsteuerung einer Mikroelektrode um einen zweiten Regelkreis, in dem ein externes elektrisches Feld als Stellgröße dient.
- Der Faraday-Strom an einer Pt-Mikroscheibenelektrode (Ø 5 µm, 0,05 M H₂SO₄) wird über ein externes elektrisches Feld auf einen Sollwert geregelt, während das Elektrodenpotential variiert wird.
- Messgröße ist die Stellgröße des Reglers, d. h. die zur Konstanthaltung des Stroms erforderliche Feldstärke als Funktion des Potentials (Regelkurve).
- Als Wirkungsschwelle wird das Potential bezeichnet, ab dem die Regelung den Sollstrom erstmals hält. Die Regelkurve schließt sich daran an.
Die Antwort einer Dipolschicht auf ein zusätzliches Feld wird durch ihre differentielle Suszeptibilität bestimmt. Diese ist maximal, wenn die mittlere Orientierung der Wassermoleküle an der Grenzfläche null ist, und nimmt mit zunehmender Vorpolarisation ab. Wir erwarten daher, dass die Wirkungsschwelle nahe dem Potential liegt, an dem das Grenzflächenwasser seine Vorzugsorientierung umkehrt.
Trifft dies zu, wäre die Wirkungsschwelle ein elektrisch zugänglicher, lokaler Indikator für das Potential maximaler Entropie (pme) an Mikroelektroden.
Fünf Arbeitsgebiete
Grenzflächen-Thermodynamik
pme & laserinduzierte Transienten
Stimmt die Wirkungsschwelle mit dem pme überein?Zur Seite → KinetikElektrokatalyse
Beeinflusst das Feld über die Wasserstruktur den präexponentiellen Faktor?Zur Seite → EinzelpartikelImpact & Magneto-Elektrochemie
Wirkt ein Zusatzfeld auf den Transport oder auf die Grenzfläche?Zur Seite → OrtsaufgelöstSECCM
Stammt das Doublet der Regelkurve von Facetten oder von Anionen?Zur Seite → Externe FelderOhmsches Feld und Gate-Feld
Wirkt ein hinter einem Isolator angelegtes Feld auf die Grenzfläche?Zur Seite →- Debye-Länge
- ≈ 1,2 nm in 0,05 M H₂SO₄. Ob das externe Feld die Grenzfläche erreicht, ist ungeklärt; drei Kontrollexperimente sind geplant.
- Referenz
- Im Zwei-Elektroden-Betrieb führt die Referenzelektrode den Messstrom. Ihr Verhalten unter Last wird gesondert charakterisiert.
- Feldangaben
- Angegebene Feldstärken beziehen sich auf den Raum zwischen Feld- und Arbeitselektrode, nicht auf die Grenzfläche.
- Nutzung
- Die Methode ist veröffentlicht (Electroanalysis, 1999) und steht damit zur uneingeschränkten Verwendung offen.