Wirkungsschwelle und differentielle Suszeptibilität
Abschätzung, weshalb die Wirkungsschwelle nahe der Orientierungsumkehr des Grenzflächenwassers erwartet wird.
Die mittlere Orientierung permanenter Dipole im Feld E wird durch die Langevin-Funktion beschrieben. Maßgeblich für die Antwort auf ein zusätzliches schwaches Feld ist deren Ableitung, die differentielle Suszeptibilität L′(x):
L(x) = coth x − 1/x · L′(x) = 1/x² − 1/sinh² x · x = μE / kBT
- L′(x) nimmt mit |x| monoton ab; die Empfindlichkeit gegenüber einem Zusatzfeld ist bei x = 0 maximal.
- Auch in der kompakten Schicht ist die Orientierungspolarisation nicht gesättigt (L(1,5) ≈ 0,45).
- Die Wirkungsschwelle sollte daher nahe der Orientierungsumkehr liegen. Prüfbar ist dies durch Vergleich mit einem unabhängig bestimmten pme (Experiment).
- Langevin- und Booth-Ansatz sind Kontinuumsmodelle; die kompakte Schicht umfasst nur ein bis zwei Moleküllagen.
- εr ≈ 6 für die kompakte Schicht ist ein aus Kapazitätsdaten angepasster Modellwert, keine direkte Messung.
- Elektrostriktion, Kooperativität über Wasserstoffbrücken und (Bi)Sulfat-Adsorption sind nicht berücksichtigt.
- Ob das externe Feld die Grenzfläche erreicht, ist offen (Debye-Länge ≈ 1,2 nm).